
Blogeinträge (themensortiert)
Thema: Nachdenkliches
Gedanken: Kritik, Im Fadenkreuz, mediale Macht, Wahrheiten und Manipulation / Fotos Natur + Lisa

Danke für Eure interessanten Überlegungen zur "Demut" ..faszinierend, wie unterschiedlich jeder Mensch dieses Wort empfindet. Übrigens hatte ich das Thema ca. in 2010 schonmal im Blog (etwas abgewandelt), das stimmt. Mag sein, dass sich Themen ab und zu wiederholen bzw. überschneiden - weil sie mich in dem Moment beschäftigen und ich darüber schreiben möchte.
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Mit dem folgenden Gedankenfluß möchte ich niemanden persönlich ansprechen, nicht dass Mißverständnisse entstehen ;-) aber vielleicht kommen dem einen oder anderen diese Gedanken sogar bekannt vor ...
So geht das eben manchmal - das Kopfkarussell läuft auf Hochtouren, der Ausschalter läßt sich nicht finden .. empfindlich ist man und gerät schnell aus der Fassung -
und Kritik kommt dann natürlich überhaupt nicht gut an, vor allem wenn man das Gefühl hat, sie ist nicht berechtigt oder unnötig. Dann trifft die Kritik im Kern der Seele, und man fühlt sich existentiell angegriffen, klein, häßlich und unnütz..reagiert traurig oder aggressiv.

Es gibt immer mehrere Sichtweisen oder gar mehrere "Wahrheiten" - keiner hat die absolute Richtigkeit für SICH gepachtet. Und keiner ist perfekt. So verschieden, wie Menschen sind, so unterschiedlich sind auch ihre Wahrnehmungen. Und diese prallen zwangsläufig irgendwann aufeinander.
Es scheint so einfach, Schuldzuweisungen und Wertungen zu verkünden. Sich kollektiv auf jemanden einzuschießen. Irgendwann verbleibt an der Person im Fadenkreuz kein gutes Haar mehr ...und dabei werden die eigenen Abgründe geschickt kaschiert, oft sogar vor sich selbst. (Diese diffuse Unzufriedenheit tief innen drin - daran sind natürlich andere schuld, oder die Umstände.)

Wissen wir eigentlich zu schätzen, was wir hier in dieser Gesellschaft, in dieser Gegenwart, in unserem Leben und Umfeld haben? Manchmal habe ich den Eindruck (und nehme mich natürlich selbst nicht aus), dass wir viel zu schnell dabei sind, zu motzen, zu kritisieren, schimpfen ... verächtlich mit dem Finger auf andere zeigen, und dabei werden die angeprangerten Gegebenheiten im öffentlichen oder auch privaten Rahmen genüßlich zerlegt, zerredet oder bewußt in ein diffuses Licht gesetzt.
Schreiende Überschriften in Zeitungen unterschiedlichster Couleur, oder in anderen Medien .. sie wollen einen bestimmten Eindruck erwecken, Meinungen formen. Mediale Steuerung. Online und gedruckt. Auf der Suche nach den genaueren Hintergründen einer Sache muß man oft tief recherchieren, unterschiedliche Quellen befragen - und die angebliche "Wahrheit", die zur Meinungsmache verwendet wird, bekommt nach und nach einen anderen Charakter ..das ist mir schon so oft aufgefallen. 
Menschen wollen andere beeinflussen, um ihre Ziele zu erreichen, und dazu ist ihnen leider oft jedes Mittel recht... auch manipulative. Und aus der Flut von Informationen herauszufiltern, was die tatsächlichen Fakten sind, und was nur Polemik oder gewolltes Emotionen-Schüren ..das kostet Zeit - Zeit, die viele Menschen nicht haben, oder sich nicht nehmen wollen. Und das wird gnadenlos ausgenützt.
Natürlich besteht das Recht zur freien Meinungsäußerung, das Recht zu möglichst objektiver Kritik, und jeder sollte sich der Konsequenzen seiner Taten stellen können/müssen.
Wie gelingt nun der Balanceakt zwischen dem freiheitlichen Recht auf Kritik an Fehlverhalten, und einem kollektiven Phänomen des Anprangerns (das automatisch im Gegenzug auch Mitleid mit dem Angeprangerten hervorrufen wird ..)
- ist die Stange, mit der wir diese Balance halten können, nicht einfach die auch von Euch im vorigen Eintrag ein paarmal erwähnte Menschlichkeit, und die Fähigkeit, sich ein bisschen selbst zurückzunehmen und ruhiger zu reagieren?

Hund sollte man sein ;-) Dann wär alles nicht so kompliziert.
Übrigens hatten wir heute 11 Grad in der Stadt ..bei uns draussen dann noch 9,5 Grad auf dem Autothermometer. Da kommen wirklich Frühlingsgefühle auf ..und ich hoffe so sehr, daß der von mir ungeliebte Winter nicht nochmal richtig "zuschlägt" ..was ja durchaus möglich ist, bei allen Frühlingsassoziationen momentan.
Habt eine schöne unbelastete Woche :-)
Ocean 10.01.2012, 18.48 | (21/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Garten-Foto-Splitter, Lisa, WE / Gedanken über den Begriff "Demut" .. wie empfindet Ihr ihn?

.. auch bei uns im Garten hält sich eine Mini-Rose hartnäckig ;-)
Dankeschön für Eure netten Zeilen und Euer Verständnis "blogtechnisch". Ich dachte mir schon, dass einige von Euch das ganz ähnlich empfinden, wie ich, und auch ab und zu diesen (eigentlich völlig überflüssigen) Druck spüren diesbezüglich. Ja, schauen wir, dass wir druckfrei bloggen und unsere Runden drehen, so wie es sich eben gut anfühlt ;)
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Der Frühling kommt ganz sicher (und man merkt's auch schon abends, dass es länger hell bleibt!) - schaut mal hier, unsere Zierquitte kann's auch nicht mehr abwarten: 
und ich hatte endlich mal wieder Lust, ein bisschen mit der Kamera auf Motivsuche zu gehen - im Garten und Haus. 
Diese Färbung fand ich einfach faszinierend .. 
Bodendeckerpflanzen im Sonnenschein und mit Früchten :-) 
Frühlinggspuren hab ich übrigens noch mehr gefunden ...und noch jede Menge weiterer Motive, natürlich auch "monstermäßige", so dass ich jetzt wieder einiges an fotografischem Blogfutter auf Vorrat habe für die nächsten Einträge ;) 
Stichwort "Demut" ... Wie empfindet Ihr diesen Begriff?
Wikipedia sagt dazu u.a. folgendes:
"Der Ausdruck Demut (klick für den ganzen Wiki-Artikel) kommt aus dem althochdeutschen diomuoti („dienstwillig“, also eigentlich „Gesinnung eines Dienenden“) und wurde von Martin Luther zur Übersetzung der biblischen Ausdrücke tapeinophrosyne (griechisch) bzw. der lateinischen Übersetzung humilitas benutzt. Im christlichen Kontext bezeichnet es die Haltung des Geschöpfes zum Schöpfer analog des Verhältnisses von Knecht zum Herrn, allgemeiner die „Tugend, die aus dem Bewusstsein unendlichen Zurückbleibens hinter der erstrebten Vollkommenheit (Gottheit, sittliches Ideal, erhabenes Vorbild) hervorgehen kann“, möglicherweise auch die Ergebenheit, die in der Einsicht in die Notwendigkeit und im Willen zum Hinnehmen der Gegebenheiten begründet ist..."
Ich hatte lange Zeit ein sehr negatives Verhältnis zur Demut. Hatte ich doch "gelernt", dass ich gegenüber Autoritätspersonen wie z. B. Eltern "demütig" zu sein hatte, d.h. ihnen ganz klar untergeordnet war in der "Rangfolge", und ihnen auf keinen Fall widersprechen durfte - Widerspruch wurde mit Strafe geahndet. Der eine oder andere hat dies vielleicht ähnlich erfahren.
Erst durch spätere Einflüsse habe ich angefangen zu verstehen, daß Demut vielleicht eher im Gegensatz zu "Hochmut" verstanden werden kann, und nicht unbedingt die alte Sichtweise gemeint sein muß, die das eigene Ich erniedrigt und herabsetzt, also Unterwerfung gegenüber etwas oder v.a. jemandem.
"Nach Erich Fromm (Die Kunst des Liebens) ist Demut die der Vernunft und Objektivität entsprechende emotionale Haltung als Voraussetzung der Überwindung des eigenen Narzissmus." (wikipedia)
Das klingt für mich dann schon eher akzeptabel ..ebenso wie "Demut" angesichts der unermeßlichen Größe der Welt, des Universums, und (glaubensabhängig) eines Schöpfers, dessen Dimensionen man mit dem menschlichen Verstand gar nicht erfassen kann.
Demut im Alltag - ganz simpel: lassen wir doch mal den erhobenen Zeigefinger unten .. relativieren das eigene Ego ein bisschen (wobei ich damit nicht meine, dass man sich selbst herabsetzen sollte) und hören wir auf, auf anderen rumzuhacken, oder sie gar bloßzustellen, und sogenannte Skandale genüßlich auszukosten (sei es nun auf öffentlich-medialer Ebene, oder auch im kleinen persönlichen Rahmen) und kehren lieber mal vor der eigenen Haustür ... besinnen uns auf das, was wirklich wichtig ist und was wir im zwischenmenschlichen Umgang erreichen können.
Wie denkt Ihr darüber? :-) 
Monster-Näschen ;-) 
Nun starten wir wieder in eine "lange" Woche ..und es wartet viel Arbeit. Schade eigentlich *g* - an diese vielen Feiertage bzw. Viertages-Wochen könnt ich mich echt gewöhnen ;-)
Kommt gut in die neue Woche..und passt auf Euch auf. Bis bald!
Ocean 08.01.2012, 19.41 | (25/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Meer, Ruden, Monsterchen, Film "Das dunkle Nest" ..über die Wahrheit und die "zweite Chance" ...

Habt vielen herzlichen Dank für Eure netten und interessanten Kommentare :-) Nun will ich mich doch nochmal rasch melden - einfach zuviel zu tun und kaum Zeit fürs Netz, das Übliche gegen Jahresende.
Zum Fotografieren komm ich leider auch nicht momentan .. vielleicht am Wochenende, je nach Wetter. Zur Zeit reizt mich das auch ehrlich gesagt nicht sonderlich .. zumal es abends schon so früh dunkel wird. Ich freu mich sehr auf die Zeit, wenn es endlich wieder bergauf geht mit dem Licht :-)
Ich freu mich, daß Ihr die Meeres-Fotos auch mal wieder gern seht ..zur Abwechslung ..und ich brauch das auch für mich selbst ;-) Dies ist noch eine Aufnahme von der Insel Ruden .. 
Ein ehemaliger Beobachtungsturm, der jetzt ein Museum beherbergt .. 
Ohne Worte ..dort wär ich jetzt gern .. 
Blauer Himmel und Feder-Wolken :-) ... zur Aufmunterung, falls es bei Euch grad neblig-grau oder düster sein sollte ... 
Hat jemand von Euch am Montag den Film "Das dunkle Nest" (klick für Interview mit Christian Berkel zum Inhalt und zur Thematik des Films u.a.) gesehen? Ich fand ihn wirklich sehr gut, natürlich enorm verstörend vom Thema her ... eindringlich gespielt und in keinster Weise "einseitig-schwarz weiss" dargestellt.
Die alte Frage ..verdient wirklich JEDER eine zweite Chance, ganz egal, wie schlimm das Verbrechen war, das er begangen hat? Und auch unter Eingehung des Risikos, dass er es möglicherweise nochmal tut, weil der psychologische Gutachter sich eben geirrt hat mit seiner Einschätzung?
Auch ein ganz wesentliches Stichwort des Films, die Bedeutung der WAHRHEIT. Klingt so einfach ..sich an die Wahrheit zu halten, danach zu leben, wahrhaftig und ehrlich .. aber in der Realität? Funktioniert das kaum .. zumal es ja oft verschiedene "Wahrheiten" zu geben scheint .. Ist Wahrheit eher subjektiv, und "Wirklichkeit" dagegen objektiv? Können wir Menschen das überhaupt so festmachen ...als im Grunde doch ziemlich subjektiv veranlagte Wesen?
Viel Stoff zum Nachdenken .. aber klar ist für mich, dass die Wahrheit schon eine Grundfeste im Leben sein sollte, und dass jahrelang verschleierte dunkle Geheimnisse, oder das bewußte Lügen als Mittel zum Zweck nicht wirklich gut sein können. Und daß ein Mensch es durchaus auch "schaffen" kann, im Extremfall, sich seine "zweite Chance" zu verspielen, auf immer .. zum Glück sind das insgesamt gesehen Ausnahmen ..man kann sich auf jeden Fall ändern, der Mensch ist absolut dazu in der Lage und er verändert sich ja auch ständig im Laufe seines Lebens ... aber für Härtefälle sollte dann, wie Berkel auch in dem Interview sagt, die allgemeine Sicherheit Vorrang haben. -
Und hier möchte ich gleich noch hinzufügen, was Steffi geschrieben hat .. " was ist mit der "Gerechtigkeit" wenn das Opfer keine Chance hatte (vielleicht ein Kind war) Warum hat dann der Täter eine verdient? " - denn so empfinde ich das auch.
Die Schlabberzunge - find's immer wieder witzig, wenn ich die zufällig auf einem Foto erwische ;-) 
Wie's guckt :-)
Ich wünsch Euch eine stressfreie und schöne Restwoche genau so, wie Ihr's am liebsten habt ..genießt die Stunden :-)
Ocean 01.12.2011, 07.52 | (27/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Buddelmonsterchen / Papstbesuch und Bu-Tag-Rede / Rituale? "Gewohnheitstier" oder das Gegenteil?

Da träum ich mich gern hin .. der Strand bei Sehlendorf/Ostsee.

Die Medien - Print - Bild - Online ..sie schlachten ja ALLES aus bis zum Gehtnichtmehr. Ein aktuelles Thema - und es wird gnadenlos durchgehechelt, bis man's nicht mehr hören kann. Jeder muss seinen Senf dazugeben, sich mit seiner Meinung wichtig machen, dagegen sein, polemisieren, generalisieren .. Vielleicht irre ich mich da ..aber früher - also in den 80ern und auch noch den 90ern - hab ich das als noch nicht so extrem empfunden.
Und in den Blogs wird sich ja leider auch gern mal heftig angegangen, wenn konträre Meinungen aufeinanderprallen - manchmal zu heftig für meinen Geschmack.
Jedenfalls erübrigt sich der Hinweis auf den Papst-Besuch und seine geplante Rede im Bundestag ja eigentlich, grins .. Ich werd mir dann anhören bzw. nachlesen, was er zu sagen hatte, da es mich interessiert. Bezüglich des Arguments, daß Kirche und Staat strikt getrennt zu halten sind, und das durch seine Rede nicht mehr gegeben sein könnte, empfinde ich das als nicht so dramatisch. Dieses Einzel-Ereignis bedeutet meinem Gefühl nach nicht gleich eine "feindliche Übernahme" durch die katholische Kirche. Außerdem gab es in den vergangenen Jahren in anderen europäischen Ländern auch schon derartige Reden durch den Papst. Ich finde so eine einzelne Veranstaltung nicht weiter bedenklich - das sollte unser Staat nämlich schon verkraften können ;)
Wer sich die Rede nicht anhören mag, braucht es ja auch nicht zu tun, es wird sicher keiner gezwungen ..hoffe ich mal. Aber so wie ich das verstanden habe, ist es immer noch die Mehrheit, die sehr wohl bereit dazu ist.
Ansonsten sehe ich diverse Aspekte der katholischen Kirche (Homosexualität, Frauenbild, Zölibat ...) natürlich extrem kritisch .. und die enormen Kosten, die diese Papstreise mit sich bringt, ebenfalls.
Selbst bin ich evangelischer Konfession, seit letztem Weihnachten (bin erst wieder in die Kirche eingetreten). Fundamentalistisch-extreme Glaubensauslegungen sind mir allerdings generell suspekt.

Lisa - noch mit ihrem Beinkleid nach der OP - ist fleissig am Buddeln ..

..es gibt ja schließlich viel zu tun, wenn hund den Strand mal wieder so richtig auf Vordermann bringen will ;-)

Guck - hab ich das nicht toll gemacht? ![]()
Das Buddeln im Sand ist wie ein "Ritual" bei Lisa. Kaum ist sie auf dem Strand, legt sie auch schon los.
Apropos Rituale ... Habt Ihr das auch - solche immer wiederkehrenden Handlungen, die Ihr entweder automatisch, oder ablaufbedingt - oder weil Ihr es gern macht, regelmässig und evt. immer zum gleichen Zeitpunkt durchführt?
Ein Ritual aus meiner Kindheit: vorm Schlafengehen sagte meine Mom immer zu mir "Schlaf gut, gesund, und kugelrund bis morgen früh zur Frühstücksstund'." Das haben wir bis zum Schluss (also bis ich erwachsen war) beibehalten, grins :-)
Rituale jetzt: z. B. beim Heimkommen bekommt Lisa als erstes ein Schlüsselmäppchen o.ä. zum Spielen. Das erwartet sie auch von uns. Dann das abendliche Bierchen und noch eine Serie oder ein Film, und nebenher ein paar Reihen handarbeiten - gehören regelmäßig zum Entspannen und Abschalten dazu.
Ansonsten habe ich einen ziemlich strukturierten Tagesablauf, wo sich viele Dinge etwa zur gleichen Uhrzeit abspielen. Ich habe damit kein Problem - im Gegenteil. So ist es für mich am streßfreiesten und übersichtlichsten. Bin nämlich schon ein bisschen ein "Gewohnheitstier". Ständig wechselnde Tagesrhythmen - damit könnte ich auf Dauer nicht leben. Was aber nicht heißt, daß ich nicht auch mal ein bisschen Abwechslung mag - v.a. in der Freizeit. Aber im Alltag ist mir eine gewisse Regelmäßigkeit ganz recht.
Und Ihr? seid Ihr Gewohnheitsmenschen, oder braucht Ihr die Abwechslung, Spannung, ständiges Hin und Her .. und habt Ihr spezielle Rituale?
Liebe Grüße, und startet gut ins Wochenende ![]()
Ocean 22.09.2011, 11.56 | (30/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Von den Grenzen der (In-)Toleranz und deren zwei Seiten .. Hardcore-Ideologen
Wenn ich sehe, daß ein Blogger, dessen Blog offensichtlich in erster Linie der Mode und der Unterhaltung gewidmet ist, eine Meldung vom Tod von Amy Winehouse bringt - und dann ein Kommentator nichts Besseres zu tun hat, als diesen Blogger dumm anzumachen "ist dir denn das Massaker in Norwegen etwa keine Meldung wert?" ... dann werd ich sauer.
Solche Kommentare finde ich anmaßend, und ich ärgere mich außerdem immer öfters über selbsternannte Moralapostel und Hardcore-Ideologen, die ihre Ideen einer "besseren Welt" mit missionarischem Eifer verkaufen wollen ..das allein wär ja nicht so schlimm ..aber wenn sie dann Andersdenkende dafür angreifen und als "schlechtere Menschen" als sie selbst hinstellen - da hört's für mich auf.
Ich bin Vegetarier - sicher kein "perfekter", es gibt garantiert "bessere" als mich - aber ich käm nie auf die Idee, jemanden anzumaulen oder spitz von der Seite anzumachen, weil er Fleisch ißt. Das muß immer noch jeder selbst für sich entscheiden.
Und zu welchen Themen man sich im eigenen Blog äußert, ebenfalls.
Wer seine Betroffenheit über furchtbare Ereignisse zum Ausdruck bringen möchte ..klar .. aber doch bitte nicht diejenigen abwerten oder angreifen, die das nicht tun! Sie haben ihre Gründe dafür, und brauchen sich auch nicht dafür zu rechtfertigen! Wenn ich sowas mitbekomme, fange ich sogar an, an der Echtheit der intolerant/laut bekundeten Betroffenheit zu zweifeln und den Verdacht zu schöpfen, daß sie als Selbstzweck dient.
Toleranz ist wichtig und gut. Es gibt so viele verschiedene Denk- und Fühlweisen, wie es Menschen auf der Welt gibt, und man kann einem anderen nichts aufzwingen, bloß weil man selbst es für das Nonplusultra hält. Man kann diplomatisch Vorschläge machen oder Informationen aufzeigen, die dann vielleicht sogar berechtigterweise ein Umdenken mancher zur Folge haben - einfach weil sie sich gewisser Dinge nicht bewußt waren. Aber allzu dick aufgetragener missionarischer Eifer schreckt mich eher ab.
Jemanden angreifen und niedermachen - oder auch nur bissig von der Seite anreden - weil er eben eine andere Art Leben führt, als man selbst ..und so tun, als sei derjenige moralisch unwürdiger, als man selbst, und man hätte die Moral für sich gepachtet - das finde ich nicht okay.
Der Ton macht die Musik ...
Ich stehe zu meiner westlich-freiheitlich geprägten Lebensweise, die sicherlich auch beinhaltet, daß ich gern mal etwas "konsumiere", also kaufe, was ich vielleicht nicht unbedingt brauchen würde - daß ich mich den modernen Dingen und den Vorzügen der Technik nicht komplett verschließe (aber auch nicht unkritisch bin) und daß ich mich gegen Bevormundung und diktatorisch angehauchten Strömungen ALLER Art zur Wehr setze, auch als Frau.
Andere Denk- und Sichtweisen, ebenso wie andere Religionen und Kulturen kann ich absolut akzeptieren und mit Interesse mitverfolgen ... solange diese nicht mich für mein (aus ihrer Sicht) "Anderssein" angreifen oder aburteilen. Keine Toleranz für Intoleranz.
Und das wollte ich jetzt mal so formulieren, trotz Zeitmangel ;-) Denn was man teilweise so im Netz liest ... und auch im real life zu hören bekommt .. empfinde ich als haarsträubend.
Euch dennoch einen schönen Wochenbeginn :-)
Ocean 25.07.2011, 17.50 | (21/4) Kommentare (RSS) | TB | PL
Philosophisches Gedankenstöckchen und Fotos
Zuallererstmal ein großes Dankeschön für Eure netten Zeilen zu meinem vorigen Eintrag :-) *freu* 
Bei Anna-Lena habe ich ein philosophisches Stöckchen entdeckt, das ich gern beantworten möchte .. nicht ganz so einfach teilweise - ich hab spontan geschrieben, was mir eingefallen ist :-)
Menschen können .... oft viel mehr schaffen, als sie glauben.
Menschen sollten ... versuchen, sich mehr in andere Menschen hineinzuversetzen und deren Sichtweisen nachzuempfinden.
Die Welt braucht ... gelebte Werte ..oder sind es Tugenden? - wie Ehrlichkeit, Loyalität, Mut und Verantwortlichkeit.
Das Wichtigste im Leben ist ... für mich Liebe, Gesundheit und Authentizität.
Unwichtig ist ... völlig subjektiv und wird von jedem anders empfunden .. z. B. "was Hinz und Kunz von mir denken" ;-)

Vergangenheit ist ... eine rappelvolle Gruschtelkiste mit spannendem, traurigem oder witzigem Inhalt.
Zukunft bedeutet ... an jedem Tag neue Chancen.
Zeit ist ... unser kostbarstes Gut.
Liebe ist ... mit das größte Glück.
Freunde haben ist ... wertvoll und bereichernd, und meist das Ergebnis von jahrelangem "Aufeinander-Zugehen".

Glück ist ... für mich eine sanfte Berührung, eine kalte Hundeschnauze, das Meer und die Natur - und das Gefühl "alles wird gut" .
Gefühle sind ...manchmal grausam und manchmal wundervoll - und sie können berauschend wie eine Droge sein.
Konflikte bedeuten ... auch die Möglichkeit, zu wachsen.
Hoffnung ist ... das, was uns selbst in dunkelsten Stunden vorwärtstreibt.
Glauben können ist ... auch vertrauen und loslassen können.
Träume sind ... die Vorstufe zur Realität.
Visionen sind ... für die Menschheit ebenso wichtig wie Träume, um vorwärtszukommen.

Veränderung bedeutet ... manchmal Angst und Unsicherheit, aber auch neue Möglichkeiten.
Ich brauche ... mein Minirudel, Wärme, die Natur, das Meer, Freiheit und mein Auto *grins*
Angst habe ich vor ... Krankheit, Verlust und Tod.
Mut bedeutet ... über sich selbst hinaus zu wachsen.
Das Allerschwerste ist ... über den eigenen Schatten zu springen und mich meinen Ängsten zu stellen.
Es ist so leicht ... zu sagen "ich kann aber nicht" ...

Verlieren bedeutet ... in der nächsten Runde wieder gewinnen zu können ;)
Perfekt sein bedeutet .. dass garantiert irgendwer kommt, und noch höhere Anforderungen an Dich stellt. Also .. besser nicht ;)
(ausserdem gibt es "perfekt" in meinen Augen gar nicht)
Versagen bedeutet ... sich vielleicht an etwas versucht zu haben, das einem gar nicht entspricht
Verlust ist ... sehr schmerzhaft - wie wenn man einen Teil von sich selbst verliert.
Schmerz ist ... ein Warnsignal des Körpers oder der Seele.
Arbeiten bedeutet ... eine Aufgabe haben, sich einzusetzen und für sein Auskommen zu sorgen.
Geld bedeutet ... eine gewisse Sicherheit, die nicht zu unterschätzen ist.

Stärke ist ... da zu sein, wenn es drauf ankommt - und auch nein sagen und gegen den Strom schwimmen zu können.
Phantasie ist ... die Schöpferin unserer Träume.
~~~~~~~~~~~~~~
Vielleicht mag der eine oder andere von Euch sich ja auch an diesen Mammut-Stock wagen? 
~~~~~~~~~~~~~~
Ich schnapp mir jetzt das Monsterchen und fahr mit ihr zur Tierärztin. Impfen ist angesagt, und genereller Check. Das Hundi wird sich freuen - sie liebt Tierarztbesuche ja sehr *g*
Habt ein wunderschönes und erholsames Wochenende ..mit allem, was Euch gut tut 
Ocean 30.06.2011, 17.51 | (24/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Inside 7 vom 16.3. / Nachdenkliches, Gedankensplitter
Die neuen Inside 7 - vielen Dank an dich, liebe Annelie!
habe ich eigentlich... beim Bloggen ein bißchen die Unbefangenheit verloren?
wo ist... die Spontaneität geblieben - und wo kommt die gelegentliche Selbstzensur her - hab ich mich vorhin gefragt. (Liegt an mir, das zu ändern)
nicht jetzt... denke ich angesichts gewisser "Stapel", die sortiert werden wollen.
was macht eigentlich... manche Menschen in ihrer eitlen Selbstgefälligkeit so sicher?
wenn ich könnte... würde ich in Meeresnähe leben.
wie lange... lassen sich in schweren Zeiten Glaube und Hoffnung auf den Prüfstand stellen, ehe sie ins Wanken geraten?
Ein paar Gedankensplitter .. habe viele und zum Teil sehr kontroverse Gedanken. Und irrationale Gefühle .. wobei - wer definiert "irrational"?
Lese ab und zu online, z. B. in Foren .. oder auch in Online-Medien generell - mich nervt teilweise kolossal, was da steht, manche Überschriften triefen vor selbstgefälliger Arroganz - dann aber auch wieder 4, 5 ruhig-prägnante Sätze, zu denen ich nur nicken kann ...
doch ich mag jetzt einfach nicht mehr diskutieren - auch nicht per Mail - weil mir genau das - diese Rumdiskutiererei und Zerrederei - manchmal so belanglos, manchmal einfach zu "laut" - ja, bis hin zu anmaßend erscheint, angesichts der Gegebenheiten dort. Vielleicht ecke ich damit auch wieder an. Dann kann ich es nicht ändern. Und ich meine niemanden persönlich - es ist reine Gefühlssache von mir.
Die Frage "Wie geht das alles weiter" stellt sich wohl fast jeder .. und die spezifischen Befürchtungen der einzelnen Menschen bzw deren Ausprägung können dabei durchaus verschieden sein.
Jeder von uns nimmt Dinge unterschiedlich wahr, hat unterschiedliche Prioritäten und Arten, mit den Dingen umzugehen. Wir sollten uns nicht gegenseitig deswegen "komisch von der Seite anreden" - weder mit direktem, noch mit indirektem Vorwurf. Das ist doch albern. Keiner ist deswegen "besser oder schlechter". Jeder auf seine Weise.
Mir fällt übrigens manchmal auf, daß gerade die, die besonders laut "Toleranz!" schreien, selbst nicht unbedingt immer die tolerantesten Menschen sind ..aber manchmal die Empfindlichsten, wenn es um ihre eigene Haut geht.
Nur mal so gesagt ... und um jegliche Mißverständnisse auszuschließen - auch mich beschäftigt und schockiert das, was in Japan derzeit geschieht, auch wenn ich es nicht zum Mittelpunkt-Thema meines Blogs mache. An Euren netten Antworten zum letzten Beitrag habe ich gesehen, daß ich mit meinen Gefühlen, was das Bloggen angeht, nicht allein dastehe.
Lisa gestern nachmittag - auffordernd - nun wirf schon den Stock nochmal ;-) das Bild konnt ich grad noch so machen, im nächsten Moment hatte ich sie "am Hals hängen" oder so ähnlich ;-) Hat wohl Frühlingsgefühle ..auf jeden Fall ist sie sehr agil drauf.
Liebe Grüße an Euch!
Ocean 16.03.2011, 15.31 | (14/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

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Du bist mein Land,
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die sehnend dich ummeeret;
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dazu mein Blut
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mein Spiegel wiegt
das Licht der tausend Sterne;
und leise rollt
dein Muschelgold
in meine Meergrundferne.
(Ch. Morgenstern)

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we are born and lost in the ocean
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"Long hours of loneliness
between me and the sea ...
Should I dress in white and
search the sea, as I always
wished to be one with the
waves - Ocean Soul ... "
(Nightwish)
Das Dasein ist köstlich.
Man muß nur den Mut
haben, sein eigenes Leben
zu führen.
(P. Rosegger)
Mit einem kurzen Schweifwedeln
kann ein Hund mehr Gefühle ausdrücken,
als mancher Mensch
mit stundenlangem Gerede.
(Louis Armstrong)
"We are a particle in the
ocean, lost and safe
like a tear ..."
(Eloy - "Ocean")
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